Hormone & Stoffwechsel
Hormon- und Stoffwechselwerte im Blick behalten und Veränderungen gezielt überprüfen.
Hormonelle Zusammenhänge verstehen und innere Balance stärken.
Die Hormone Cortisol, DHEA, TSH, Testosteron, Progesteron und Östradiol spielen eine zentrale Rolle für das hormonelle Gleichgewicht und zahlreiche Prozesse im Körper. Sie beeinflussen unter anderem Stressreaktionen, Energiehaushalt und die Funktion der Schilddrüse. Ein besseres Verständnis dieser Werte kann dabei helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gezielt einzuordnen.
Cortisol
Cortisol ist ein zentrales Hormon der Nebennierenrinde und spielt eine entscheidende Rolle bei der Anpassung des Körpers an Stresssituationen. Es wirkt auf vielfältige Weise im Organismus: Es unterstützt die Bereitstellung von Energie, indem es den Blutzuckerspiegel erhöht, beeinflusst den Eiweiß- und Fettstoffwechsel und trägt gleichzeitig dazu bei, Entzündungsprozesse zu regulieren und die Immunreaktion zu steuern. Der Cortisolspiegel unterliegt einem natürlichen Tagesrhythmus. In der Regel erreicht er kurz nach dem Aufwachen seinen höchsten Wert und nimmt im Laufe des Tages kontinuierlich ab, bis er am Abend und in der Nacht am niedrigsten ist. Dieses fein abgestimmte Muster ist wichtig für ein stabiles Energielevel, einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus und die allgemeine körperliche Balance. Sowohl dauerhaft erhöhte als auch zu niedrige Cortisolwerte können sich negativ auf die Gesundheit auswirken und stehen unter anderem mit Erschöpfung, Schlafstörungen oder Stoffwechselveränderungen in Zusammenhang. Entscheidend ist daher weniger ein einzelner Messwert als vielmehr das Gesamtbild im Tagesverlauf. Eine Speichelmessung zu mehreren Zeitpunkten bietet hier eine besonders aussagekräftige Möglichkeit, den individuellen Rhythmus zu beurteilen. Es gibt keine gezielte, evidenzbasierte Maßnahme, mit der sich der Cortisolspiegel kurzfristig „regulieren“ lässt. Vielmehr trägt ein langfristig ausgewogener Lebensstil, mit ausreichend Erholung, Bewegung und einem guten Umgang mit Stress, dazu bei, die natürliche Funktion der Nebennieren und damit auch die Cortisolbalance zu unterstützen.
TSH
Das schilddrüsenstimulierende Hormon TSH wird in der Hypophyse gebildet und spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Schilddrüsenfunktion. Es reguliert die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4, die maßgeblich den Stoffwechsel, das Energielevel sowie zahlreiche weitere körperliche Prozesse beeinflussen. Veränderungen des TSH-Wertes können auf eine Störung der Schilddrüsenfunktion hinweisen. Ein erhöhter TSH-Spiegel spricht häufig für eine Unterfunktion (Hypothyreose), die unter anderem mit Müdigkeit, Gewichtszunahme oder erhöhter Kälteempfindlichkeit einhergehen kann. Ein niedriger TSH-Wert kann hingegen auf eine Überfunktion (Hyperthyreose) hindeuten, bei der Symptome wie innere Unruhe, Gewichtsverlust oder Herzklopfen auftreten können. Gleichzeitig ist zu beachten, dass ein niedriger TSH-Wert nicht ausschließlich auf eine Überfunktion zurückzuführen ist. In bestimmten Fällen kann auch eine Störung auf Ebene der Hypophyse (Drüse, die TSH produziert) vorliegen, bei der zu wenig TSH gebildet wird.
Estradiol
Estradiol ist ein zentrales Hormon aus der Gruppe der Östrogene und spielt eine wichtige Rolle im weiblichen Körper, insbesondere im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus und der Fruchtbarkeit. Es wird überwiegend in den Eierstöcken gebildet und durch hormonelle Signale aus dem Gehirn gesteuert. Im Verlauf des Zyklus trägt Estradiol unter anderem dazu bei, die Gebärmutterschleimhaut aufzubauen und den Eisprung vorzubereiten. Darüber hinaus wirkt Estradiol in vielen weiteren Bereichen des Körpers. Es unterstützt die Knochengesundheit, beeinflusst das Herz-Kreislauf-System und ist an der Entwicklung sowie dem Erhalt weiblicher Geschlechtsmerkmale beteiligt. Auch für das allgemeine Wohlbefinden und das hormonelle Gleichgewicht spielt es eine wichtige Rolle. Veränderungen des Estradiolspiegels können Hinweise auf hormonelle Ungleichgewichte geben. Niedrige Werte können beispielsweise mit Zyklusstörungen oder eingeschränkter Fruchtbarkeit in Zusammenhang stehen, während erhöhte Werte auf eine hormonelle Dysregulation hindeuten können. Die Bestimmung des Estradiolspiegels ist daher ein wichtiger Bestandteil bei der Beurteilung der hormonellen Gesundheit und des Zyklusverlaufs.
Testosteron
Testosteron ist ein wichtiges Hormon, das sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper eine zentrale Rolle spielt. Es wird bei Männern überwiegend in den Hoden und bei Frauen in den Eierstöcken sowie in geringerem Maße in den Nebennieren gebildet. Während es bei Männern maßgeblich für die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale, den Muskelaufbau und die Spermienproduktion verantwortlich ist, trägt es bei Frauen unter anderem zur Knochengesundheit, Muskelmasse und zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Ein ausgeglichener Testosteronspiegel ist für zahlreiche körperliche Funktionen von Bedeutung. Veränderungen können sich unterschiedlich äußern: Niedrige Werte stehen häufig im Zusammenhang mit Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder Libidoverlust, während erhöhte Werte bei Frauen beispielsweise mit Zyklusstörungen oder vermehrter Körperbehaarung einhergehen können. Für die Beurteilung ist jedoch nicht allein der Gesamtwert entscheidend. Ein Teil des Testosterons liegt im Blut gebunden vor und ist biologisch nicht aktiv. Relevant ist vor allem der Anteil des freien Testosterons, das direkt im Körper wirken kann. Daher wird zur genaueren Einschätzung häufig zusätzlich der sogenannte Freie Androgenindex (FAI) herangezogen, um die tatsächlich verfügbare Hormonmenge besser beurteilen zu können.
DHEA
Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein Steroidhormon, das überwiegend in den Nebennieren gebildet wird und als Vorstufe für wichtige Sexualhormone wie Östrogene und Testosteron dient. Es übernimmt damit eine zentrale Funktion im hormonellen Gleichgewicht und beeinflusst verschiedene Prozesse im Körper, darunter Energielevel, Stimmung und körperliche Leistungsfähigkeit. Der DHEA-Spiegel erreicht in der Regel im jungen Erwachsenenalter seinen Höhepunkt und nimmt anschließend im Laufe des Lebens kontinuierlich ab. Mit zunehmendem Alter stehen dem Körper oft nur noch deutlich geringere Mengen zur Verfügung. Dieser natürliche Rückgang wird mit verschiedenen altersbedingten Veränderungen in Verbindung gebracht, etwa im Bereich der körperlichen Leistungsfähigkeit oder des allgemeinen Wohlbefindens.
Die Basis verstehen.
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Gesundheit langfristig im Blick behalten.
Entwicklung nachvollziehen
Lassen Sie Ihre Werte nach gezielten Maßnahmen erneut kontrollieren, um Veränderungen bewerten und mögliche weitere Schritte ableiten zu können.
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FAQ zu Stoffwechsel & Hormonen
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